Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

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Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 27. Okt 2016, 11:32

http://www.kosmos.de/produktdetail-152-152/easy_electronic-285/

https://www.amazon.de/Vinci-362-80-Elektronik-Experimentier-Set-Experimenten/dp/B001V2DSH8

Die Bauteile sehen sehr ähnlich aus. Kosmos bietet 100 Experimente, Da Vinci 256 zum halben Preis. Kennt jemand diese Kästen?
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Re: Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon Georg » 27. Okt 2016, 14:49

Hallo Kosmosnaut,
google mal nach "snap circuits" . In Amerika fand
ich zwei Distributoren: Elenco und Omnotronics.
Ob diese Druckknopftechnik von da stammt oder
aus Asien, wer weiß?
Daß es zwei (Kosmos und DaVinci) Lizenzen in Deutschland gibt, wundert mich
etwas.
Gruß
Georg

PS unter dem Namen "Didaktico" gibt es diese Schnapperl auch.
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Re: Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 27. Okt 2016, 16:20

Danke für den Hinweis. Bei elenco gibt es sogar einen Kasten für 750 Versuche. Man kann auf der Webseite die Handbücher herunterladen, leider enthalten diese nur die Aufbauten ohne Erklärungen. Es gibt "Lehrer-Schüler" Handbücher, leider nur als Beispiel mit wenigen Seiten. Die Vollversion kostet.

Ich würde mir gern das didaktische Konzept der neuen Kosmos Kästen ansehen. Leider verkauft Kosmos schon seit einigen Jahren generell keine Anleitungsbücher mehr. Ich würde gern wissen, warum. Im Laden finden sich die Kästen immer seltener. Entweder lohnt es sich nicht, diese zu bevorraten oder man ist generell gegenüber Amazon und Co. nicht konkurrenzfähig. Selbst wenn man mal einen Kasten in der Hand halten kann, ist dieser zugeklebt und man kommt an die Anleitung nicht heran. Ich kaufe aber nicht einen überteuerten Kinderkasten, nur um einmal in dem Heft zu blättern.
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Re: Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon nkrause99 » 27. Okt 2016, 19:51

Hallo Kosmonaut,

frei nach dem Motto "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.", möchte ich hier einen Auszug aus dem Handbuch des "easy electronic 200" präsentieren. Dieser Kasten kann sicher als Vorgänger des aktuellen "Easy Electronic" bezeichnet werden. Ich hoffe du kannst dir damit einen Überblick verschaffen.

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Bei Fragen bitte melden.

Viele Grüße
Norbert
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Re: Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 27. Okt 2016, 22:12

Danke vielmals für die Mühe des Einscannens. Hier habe ich auch ein Video gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=u7RxlqNquOo

Ich frage mich dennoch, wieso Kosmos bei der neueren Version nur noch 100 statt 200 Experimente angibt, wenn anscheinend die Zahl der Bauteile gleich ist? Das ist doch marketingtechnisch kontraproduktiv. Die Konkurrenz schafft es offenbar sogar auf 256 mit der gleichen "hardware". :-o

Inzwischen gibt es wohl ein weiteres System mit Klötzchen, die aneinander gesteckt werden. Die Zeiten, wo jahrzehntelang ein bewährtes System wie Kosmotronik benutzt wurde, sind anscheinend vorbei.
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Re: Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon Georg » 28. Okt 2016, 15:36

Ich frage mich dennoch, wieso Kosmos bei der neueren Version nur noch 100 statt 200 Experimente angibt, wenn anscheinend die Zahl der Bauteile gleich ist? Das ist doch marketingtechnisch kontraproduktiv.


Hallo Kosmonaut,
da der Kasten mit gleichem Inhalt auch von Anderen
angeboten wird, hat man evtl die 100 Versuche
gewählt, um sich von diesen abzusetzen.
Kosmos hat eine Anleitung mit 100 Versuchen neu verfasst,
die sich von dem, was du bei Elenco fandest, stark
unterscheidet. Da man die Anleitung separat nicht verkauft,
hat man eine gewisse Alleinstellung für den Kasten geschaffen.
Marketingmäßig ist die Anzahl der Versuche nicht sooo wichtig,
da derlei Kästen heute meist von den Großeltern als
Mitbringsel gekauft werden.
Die fallen auf die Marktschreierei nicht so leicht herein wie
Kinder und Jugendliche.
Gruß
Georg
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Re: Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 28. Okt 2016, 18:32

Mir erschließt sich die Logik nicht.

1. Ich habe als Unternehmer ein Produkt, das ich als "electronic 200" mit 200 Versuchen vermarkte.
2. Irgendwann kommt die Konkurrenz und bietet den gleichen Materialsatz billiger mit (wahrscheinlich) anderer Anleitung aber 256 Versuchen an.
3. Als Reaktion auf diese Konkurrenz und um meine Absatzchancen zu erhöhen, verkaufe ich den Kasten mit gleichem Inhalt unter leicht geändertem Namen mit wiederum anderer Anleitung aber nur noch 100 Versuchen, dafür aber zum doppelten Preis wie mein Mitbewerber.
4. Die Anleitung ist besser als die der Konkurrenz, aber ich biete keinen Einblick, indem ich dafür sorge, daß die Kästen im Laden schön zugeklebt sind und biete keine Möglichkeit, online auch nur wenige Seiten anzusehen.
5. Ich gehe davon aus, daß allein mein Markenname und die Weisheit von alten Leuten (Großeltern), die ihren Enkeln etwas gutes tun wollen, ausreicht, um am Markt zu bestehen.

Wahrscheinlich habe ich Dich völlig mißverstanden.
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Re: Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon Georg » 28. Okt 2016, 19:29

Nein Kosmonaut,
du hast mich richtig verstanden. So etwas funktioniert, solange
man von einem Ruf zehren kann.
Gruß
Georg
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Re: Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 29. Okt 2016, 13:07

Hallo zusammen,

ich habe mir vor einiger Zeit mehrere dieser Kästen mit Druckknopftechnik angeschafft, weil mich das Handling interessiert hat. Deutsche und ausländische Kästen, alles dabei (in Dtl. hat/hatte übrigens auch eitech einen derartigen im Angebot...).

Vom Inhalt her unterscheiden sich die meisten dieser GRUND-Kästen nur wenig. Mal 2 Widerstände mehr, mal 2 Verbindungen mehr, mal ein Magnet in Hufeisenform, mal in Stabform... Es gibt größere Kästen, da ist dann auch mehr drin. Aber auch die 7-Segment-Anzeige des "größten" diese Kästen habe ich inzwischen schon in einem der Grundkästen aus China gefunden (was dafür weggelassen wurde hat sich mir bei dem Bild nicht auf den ersten Blick erschlossen).
Manche der Kästen haben Glasfeinsicherungen an den Batteriehalterungen, manche nicht. Das dürfte auch schon der gößte qualitative Unterschied sein - der Rest ist immer gleich designed und auch gleich verarbeitet.
(Ach ja, die europäischen Kästen verwenden eher dunkle Farben und ein durchgängiges Farbsystem [Verbinder blau, Widerstände gelb, ...] während vor allem die amerikanischen und osteuropäischen in quietschbunt daherkommen [manchmal auch rosa - für Mädchen attraktiver?] und teilweise ohne jegliches System: Da sind zB im gleichen Kasten 3er-Verbinder auch mal rosa, mal blau...].)

Die Handbücher sind der größte Unterschied - hier trennt sich echt die Spreu vom Weizen. Einige sind (nach einer sehr knappen Einführung ins Lesen dieser Schaltpläne) blose Aneinanderreihungen von Schaltbilder, die nicht erklärt werden und einfach nachgebau werden sollen. Wenn's nicht funktioniert, steht der Nutzer im Regen. Andere erklären in klassischer Elektronikkastenmanier zumindest die Grundlagen. Natürlich wird jede Variante (V1: Schaltung mit Schalter, V2: Schaltung mit Taster, V3: Schaltung mit Photowiderstand, ...) als eigenes Experiment deklariert, dadurch steigt die Zahl, die vorne drauf stehen kann. (Wer derartiges Marketing nötig hat...)
Widersprüchlichstes Beispiel ist mMn dabei der große Skyfield-Kasten mit 2399 Experimenten. Das Handbuch besteht aus 2 Teilen - vergleichbar der Dicke der Handbücher der Busch-Kästen - wobei im ersten Handbuch (für den Grundkasten) alles schön erklärt und zumindest zu jeder Schaltung ein eigenes Schaltbild abgedruckt ist. Beim zweiten Teil wurde dann (bei der Übersetzung?) gespart: Viel mehr Text = weniger Bilder, aber weniger Erklärungen zu den Schaltungen, teilweise wird sogar auf Bilder aus früheren Versuchen verwiesen, nur um hier kein eigenes Bild abdrucken zu müssen, und die Unterschiede textuell erklärt, und (wenn ich mich jetzt richtig erinnere und das nicht der Kasten einer anderen Firma war - aber ich bin jetzt zu faul um nachzusehen) zur endgültigen Verwirrung des Lesers werden im zweiten Teil des Handbuches, also in dem Teil, der die mit den zusätzlichen Teilen des großen Kastens möglichen Experimente beschreibt, nur noch englische Schaltzeichen verwendet während im ersten Teil deutsche Zeichen Verwendung finden. Spätestens dieser zweite, "lieblos hingerotzte" Teil des Handbuches sollte einem anfänglich interessierten Kind alle Begeisterung für die Elektronik nehmen können... :-(

Interessant auch, dass Handbücher *teilweise* für andere Märkte komplett überarbeitet werden. Ich glaube, es war u.a. Elenco: Die englischen/amerikanischen Handbücher enthielten viele Bilder und zusätzlich sogar Photos der aufgebauten Schaltungen, die deutschen Varianten hatten ein komplett anderes Design und enthielten wesentlich mehr Erklärungen.

Die Elenco-Handbücher kann man sich übrigens ganz legal im Internet von Elenco herunterladen - die Mentalität ist da einfach eine andere (eher "Service" als "Schutz geistigen Eigentums"). Ich habe neulich mal angefangen und mir circa 2GB gezogen :-) bin aber nicht damit fertig geworden und wollte hier eingentlich ein Archiv zur Verfügung stellen, wenn ich alles zusammen habe - damit sich nicht jeder selbst alles zusammensuchen muss. Dies nur als Tip, wenn Ihr Euch mal die Handbücher durchlesen wollte (aber wie gesagt, die deutschen, die man nicht im Netz herunterladen kann, sind teilweise komplett anders, Rückschlüsse sind also nur bedingt möglich).

Ich sehe die Kästen weder schwarz noch weiß, sondern grau. Die Druckknopftechnik finde ich für Kinder eines bestimmten Alters wirklich gut. Einfaches Handling, das weniger motorische Fähigkeiten erfordert als ein Breadboard, aufgrund dessen die Schaltungen auch schnell(er) aufgebaut sind. (Ich erinnere mich an meine eigene Kindheit: An einem der Radio-Empfänger aus dem Philips Elektronik-Erstkontakt hatte ich fast einen ganzen Tag lang gebaut, bis die Silberleitdrähte schön ordentlich aufgebaut waren wie auf dem Plan und alle Teile und Verbindungen zweimal kontrolliert waren. Und dann - nichts. Der Radio ging einfach nicht. Fehlersuche war nicht - zumindest nicht für einen Neunjährigen ohne tiefergehendere Elektronikkenntnisse und Messgeräte. Über _den_ verlorenen Tag habe ich mich damals echt geärgert.) Hilft auch, wenn man diese Kästen gebraucht erwirbt :-) Letzte Handbuchseite = komplizierteste Schaltung mit allen Teilen raussuchen, in 3 Minuten zusammenklicken - wenn's tut sind alle Teile in Ordnung :-)
Nachteilig ist natürlich der Austausch/Neuerwerb defekter Teile: Entweder aufwändig und beschädigt evtl. den Plastikträger der Teile, oder teuer (falls überhaupt möglich). ICs sind (warum auch immer; ich glaube ja nicht, dass diese Module Schutzschaltungen gegen elektrostatische Zerstörung beinhalten; im Handbuch steht dazu nichts, und zerstören wollte ich ein funktionierendes Modul jetzt nicht unbedingt nur um nachzusehen) übrigens auch komplett in Plastik gekapselt - hier sieht der Lernende nicht, wie ein IC "wirklich aussieht".
Ich habe noch keine "Leerträger" gefunden um eigene Teile ergänzen zu können. Andererseits können Lernende, wenn Sie soweit fortgeschritten sind, dass sie den Kasten durchgearbeitet haben, auch problemlos auf ein Breadboard umsteigen -- einen Fernseher mit Analogröhre, um mal ein prominantes Beispiel zu nennen, wird wohl keiner mehr mit Druckknopfelektronik realisieren ;-)

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Re: Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 30. Okt 2016, 22:59

mjwolf hat geschrieben:Ich habe noch keine "Leerträger" gefunden um eigene Teile ergänzen zu können.


http://www.snap-circuits.com/phpstore/index.php?l=product_detail&p=101
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Re: Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 30. Okt 2016, 23:34

Kosmonaut hat geschrieben:
mjwolf hat geschrieben:Ich habe noch keine "Leerträger" gefunden um eigene Teile ergänzen zu können.


http://www.snap-circuits.com/phpstore/index.php?l=product_detail&p=101


Merci :-)

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Re: Vergleich: Kosmos Easy Electronic - Da Vinci Elektronik

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 31. Okt 2016, 12:11

Zum Listenpreis von 12US$. Hergestellt für Pfennige in China. Profitmarge 10000%. :shock: Für eine simple IC-Fassung. 8-pin reicht nur in Ausnahmefällen. Das System mag für absolute Anfänger schön sein, so im Vorschulalter. Ich halte es für überteuert, zumindest die deutsche Ausgabe. Wenn man den 750er Kasten importiert, mag es gehen, aber dann zahlt man Porto, Verpackung, Zoll und Merkelsteuer dazu und hat noch keine deutsche Anleitung. Man hätte den XN3000 im Angebot lassen und für den halben Preis anbieten können. Die Entwicklungskosten sind doch längst amortisiert. Aber Marketing erfordert wohl, daß ständig etwas neues auf den Markt kommen muß, sieht man ja an dem Smartphone Schwachsinn. Ich leiste mir den Luxus, da nicht mitzumachen. 8)
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